GRÜNDERIN

Mutter Maria Theresia Hecht wurde als Anna Hecht am 23. November 1887 in München geboren.

Sie wuchs in einer gut katholischen Familie auf und erhielt dort eine christliche Erziehung, die ihr weiteres Leben prägen und beeinflussen sollte. Durch ihre Berufsausbildung und eine mehrjährige Tätigkeit in einem Rechtsanwaltsbüro erwarb sie fundierte Kenntnisse in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Dieses Wissen, sowie die mit den Jahren erworbene Menschenkenntnis und ihr festes, unerschütterliches Gottesvertrauen bildeten die Grundlage für ihr späteres Lebenswerk.

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Durch Pater Rochus kam Anna Hecht nach Brandenburg, wo sich am 1. Juni 1929 einige junge Frauen zu einer Gemeinschaft zusammenschlossen und Anna Hecht zur Oberin wählten. Aufgrund der übernommenen Schuldenlast litten die Schwestern jahrelang unter Armut, Not, Entbehrungen und Unsicherheit.

Vor allem aber durch das offene und fröhliche Wesen von Mutter Maria Theresia Hecht gewann die Gemeinschaft im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen und Anerkennung in der Bevölkerung. Zudem gelang es ihr nach und nach, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu ordnen. So wuchs die Schwesterngemeinschaft und wirkte auch an anderen Orten, unter anderem auch in Zußdorf, Haslach und Heudorf, wo die Einrichtungen für behinderte Menschen und Jugendliche auch heute noch bestehen.

 

Im Jahr 1961 durfte Maria Theresia Hecht die Anerkennung der Schwesterngemeinschaft als Kongregation bischöflichen Rechts erleben, am 4. Juni 1977 ging sie heim zu Gott. Als Ehrung für ihr Wirken und ihre Persönlichkeit gründeten die Schwestern des Klosters Brandenburg/Iller e.V. mit Stiftungsurkunde vom 2. Juni 2005 die Theresia-Hecht-Stiftung.


THERESIA HECHT

Christliche Erziehung und eine tiefe Gläubigkeit als Grundlage für ein großes Lebenswerk
Theresia Hecht


Durch ihre Berufsausbildung und eine mehrjährige Tätigkeit als Privatsekretärin in einem Rechtsanwaltsbüro in München erwarb sie fundierte Kenntnisse in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen.

Dieses Wissen, sowie die mit den Jahren erworbene Menschenkenntnis und ihr festes, unerschütterliches Gottvertrauen bildeten die Grundlage für ihr späteres Lebenswerk.

 

Glühende Verehrung der Immakulata, der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria

Schon früh fühlte sich Anna Hecht zu Gott hingezogen und ihrem Glauben verpflichtet. Die tägliche Teilnahme am heiligen Messopfer war für sie als glühende Verehrerin der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria selbstverständlich. Mit jungen Jahren wurde sie Mitglied der Marianischen Jungfrauenkongregation.

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Im Alter von 23 Jahren trat sie dann 1910 dem Dritten Orden des heiligen Franziskus bei und war 16 Jahre lang Mitglied der Töchter des heiligen Franz von Sales für Weltleute. Eine besondere Liebe verband sie mit der heiligen Theresa von Avila, deren Namen sie später annehmen sollte, und auch mit dem heiligen Josef, den sie als ihren ganz besonderen Schutzpatron erwählte.

 

 

Hinter den Ereignissen des Alltags zeigt sich Gott

Die Weichen für ihr späteres Leben wurden gelegt, als ihr Berater und geistlicher Führer Pater Columban ihr den Kontakt zu Pater Rochus vermittelte. Pater Rochus wollte eine Schwesterngemeinschaft gründen und kaufte 1927 durch eine Mittelsperson Schloss Brandenburg.

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Zur Tilgung der hohen Schulden eröffnete er dort ein Erholungsheim mit Wirtschaftsbetrieb. Da es jedoch an einer qualifizierten Führung fehlte, schien das Projekt zu scheitern und das Haus stand kurz vor dem Konkurs. In dieser fast aussichtslosen Situation bat Pater Columban Anna Hecht nach Brandenburg zu gehen um die Geschäftsbücher in Ordnung zu bringen.


 

Erkenne die Zeichen der Zeit als Wille Gottes

Anna Hecht, die gerade einen beruflichen Wechsel vorhatte, änderte ihre Pläne. Sie vertraute sich ganz der Vorsehung und dem Willen Gottes an und fuhr nach Brandenburg.

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Pater Rochus informierte sie über seinen Plan, hier eine Schwesterngemeinschaft zu Ehren der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria zu gründen. Unter seinem Einfluss kamen einige junge Frauen, von deren religiösem Streben er wusste, nach Brandenburg. Nach vielen Hürden, Schwierigkeiten und Enttäuschungen schlossen sie sich am 1. Juni 1929 zu einer Gemeinschaft zusammen und wählten Anna Hecht zu ihrer Oberin.

 

Erste Schritte auf einem langen, harten Weg zu einem großen Ziel

Aufgrund der übernommenen schweren Schuldenlast litten die Schwestern jahrelang unter Armut, Not, Entbehrungen und Unsicherheit. Das Überleben sicherten sie mit der Einrichtung eines Erholungsheimes und einer Gaststätte. Aber schon frühzeitig öffneten sie ihr Haus auch für Exerzitien.

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Mutter Maria Theresia Hecht und ihre Schwestern scheuten vor keiner Art von Arbeit zurück und waren trotz der großen Not immer bereit, das wenige noch mit den Bedürftigen zu teilen.

Die finanziellen Schwierigkeiten schienen jedoch so unüberwindlich, dass die kirchliche Anerkennung der Kongregation immer wieder zurückgestellt wurde.

 

Qualifikation, Mut, Ausdauer und ein unerschütterliches Gottvertrauen

In den folgenden Jahren stellte sich heraus, dass die Schwestern mit Gottes Hilfe die richtige Entscheidung getroffen hatten, als sie Anna Hecht - jetzt Mutter Maria Theresia - zu ihrer Oberin wählten. Durch ihre Berufserfahrung verfügte sie über die fachliche Kompetenz, die weltlichen Dinge, vor allem die finanziellen Probleme, richtig anzugehen. Wesentlich für den sich langsam einstellenden Erfolg aber war ihr Mut, ihre Ausdauer und ihre auf unerschütterlichem Gottvertrauen basierende Risikobereitschaft.

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Zum anderen war es auch ihre große Opferbereitschaft, verbunden mit einem tief verwurzelten Glauben, aus dem sie auch in verzweifelten Situationen immer wieder neue Kraft schöpfte. Mit diesen Eigenschaften und Gottes Hilfe gelang es Mutter Maria Theresia Hecht ganz allmählich, die verworrenen wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens Brandenburg zu ordnen.


 

Trotz eigener großer Not bereit das Wenige mit den Bedürftigen zu teilen

In den folgenden Jahren großer Entbehrungen scheuten sich die Schwestern, allen voran Mutter Maria Theresia, nicht, für ihr Ziel auf Bettelreisen durch die Umgebung zu ziehen. Bei den in der Chronik festgehaltenen Aktionen, über die sich ein ganzes Buch füllen ließe, trafen die Frauen bei der Bevölkerung auf viel Skepsis und Ablehnung, aber auch immer wieder auf barmherzige und großzügige Menschen.

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Es sind viele Anekdoten festgehalten, die berichten wie Mutter Maria Theresia nicht nur unermüdlich jede Chance wahrnahm, sondern auch durch ihre Menschenkenntnis, ihr offenes und fröhliches Wesen, manchmal auch mit etwas List und Klugheit, zunächst abweisende Menschen doch noch zu einer guten Tat bewegte. So gewann die kleine Gemeinschaft im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen und Anerkennung in weiten Kreisen der Bevölkerung.

 

Hinter allem Geschehen steht Gott

Langsam wuchs die Schwesterngemeinschaft und wirkte nicht nur im Exerzitienhaus am Gründungsort Brandenburg, sondern mit je einer Gruppe von Schwestern in Heimenkirch und in Zußdorf.

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In Heimenkirch wurde 1933 ein Schülererholungsheim eingerichtet. In den darauf folgenden Kriegszeiten wurde die Einrichtung als Lazarett genutzt und nach Ende des Krieges aufgelöst. In Zußdorf wurde ab 1935 ein Haus betrieben, welches als Krankenhaus, Exerzitienhaus, Müttererholungsstätte und als Heilstätte für Tbckranke Männer und Kinder diente.

 


"Wir haben es mit Gott zu tun!" "Habt allezeit Ehrfurcht"

Nachdem durch die Vorsehung Gottes und die Tatkraft der Schwesterngemeinschaft unter der Leitung von Mutter Maria Theresia das Werk erste Früchte trug, begannen mit der Herrschaft des Hitlerregimes neue, ganz andere Probleme. Nun war das apostolische Werk durch den Nationalsozialismus und seine Ideen gefährdet.

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Wieder war es der auf grenzenlosem Gottvertrauen basierende Mut der Mutter Maria Theresia Hecht und ihr geschicktes Agieren und Verhandeln, welches das Weiterführen ihrer Arbeit ermöglichte. Mutter Maria Theresia stellte die geistliche Leitung der Gemeinschaft unter die Devise: „Kursrichtung - der heilige Wille Gottes!“ Gegenüber allen Maßstäben der Welt betonte sie: „Wir haben es mit Gott zu tun! - Habt allezeit Ehrfurcht vor Gott!“ In dieser Zeit kamen auch die Menschen der näheren Umgebung in ihren Nöten oft zu den Schwestern und vertrauten sich ihren Gebeten an.

Ein harter, entbehrungsreicher Weg trägt erste Früchte

Mutter Maria Theresia, die seit einiger Zeit an einer Augenkrankheit litt, erblindete in der Karwoche 1948 völlig.

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Mit großer Geduld und Opferbereitschaft ertrug sie dieses Leiden und die sich daraus oft ergebenden körperlichen Schmerzen und Gebrechen. Aber auch diese Krankheit konnte ihr herzliches Wesen, ihre franziskanische Fröhlichkeit und ihren tiefen Glauben nicht erschüttern. Trotz ihrer Erblindung leitete sie die Kongregation mit Umsicht, Energie und Tatkraft. Ihr Lieblingsgebet „Herr Du weißt warum und ich weiß, dass Du gut bist und das genügt mir“, zeugt von ihrem großen Glauben an die Vaterliebe Gottes.

 

Herr Du weißt warum und ich weiß, dass Du gut bist und das genügt mir

Im Jahre 1961 durfte Maria Theresia Hecht im Alter von 73 Jahren die Anerkennung der Schwesterngemeinschaft als Kongregation bischöflichen Rechts erleben. Sie hatte es geschafft, das einst so aussichtslose Projekt Brandenburg auf eine solide Basis zu stellen. Neben den organisatorischen Dingen hatte sie in den letzten Jahren aber auch intensiv darauf hin gewirkt, die Schwestern geistig und religiös weiterzubilden.

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Nachdem noch wenige Jahre zuvor selbst Gutgesinnte nicht an ein Weiterbestehen der Gemeinschaft geglaubt hatten, sprach man nun mit Hochachtung von den betenden und opfernden Schwestern in Brandenburg. Die Schwesternschaft wurde am 12. August 1961 durch Bischof Dr. Karl Joseph Leiprecht unter dem Titel „Kongregation der Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat vom Dritten Orden des heiligen Franziskus“ als Diözesankongregation anerkannt.

 

Die Anerkennung der Schwesterngemeinschaft als Kongregation bischöflichen Rechts

Nach dem Krieg erweiterten die Schwestern unter Leitung von Mutter Maria Theresia ihr Engagement in vielfältiger Weise.

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Das Haus in Zußdorf wurde 1958 in ein Heim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche mit Schule umgewandelt. In Haslach wurde 1950 ein Heim und eine Schule für lern und geistig behinderte Kinder und Jugendliche gegründet ( seit 1985 Heim für geistig behinderte Erwachsene ). Ein Heim und eine Hilfsschule für Flüchtlingskinder, das sich 1946-1956 in Gutenzell befand, übersiedelte 1956 nach Heudorf am Bussen. Dort befindet sich eine Heimschule für lernbehinderte Kinder und Jugendliche, seit 1982 Hauptschule und Sonderberufsschule.


Eine tiefgläubige Frau und große Beterin kehrt heim zu Gott

Die letzten Lebensjahre der Maria Theresia Hecht waren, trotz großer Schmerzen, überstrahlt von einer echt franziskanischen Fröhlichkeit.

Trotz immer wiederkehrender Schwächezustände nahm sie fast bis zu ihrem Tod regen Anteil am Geschehen im Mutterhaus und in den sozialen Einrichtungen. Aber sie wollte auch bis zuletzt den Schwestern Freude machen, wo immer es ging. Oft erzählte sie ihnen lustige Erlebnisse aus ihrem Leben und aus den Anfangsjahren im Kloster.

Am 4. Juni 1977 durfte Mutter Maria Theresia heimgehen zu Gott. An ihrem Sterbelager feierte ein Priester das heilige Messopfer, das sie ihr ganzes Leben lang so hoch geschätzt hatte.

Mutter Maria Theresia wurde am 8. Juni 1977 in der Gruft des Mutterhauses beigesetzt.

Ein Leben mit Gott - zum Wohle der Menschen

Es ist nicht übertrieben, von der ehrwürdigen Mutter Maria Theresia als einer großen Persönlichkeit zu sprechen, die ihr ganzes Leben Gott widmete – zum Wohle der Menschen. Ihre christliche Persönlichkeit
zeichnete sich wesentlich durch folgende Merkmale aus:

  • Sie war eine tiefgläubige Frau und große Beterin.
  • Aus der täglichen Kommunion holte sie sich Kraft und Hoffnung, auf dem eingeschlagenen Weg durchzuhalten.
  • Sie suchte im Alltag den Willen Gottes zu erkennen und danach zu handeln.
  • Ihre Leidensbereitschaft war so ausgeprägt, dass wir für ihr erfülltes Leben feststellen dürfen: „Leiden und Kreuz, im Glauben angenommen, werden zum Mitleiden mit Christus für die vielen“ (aus einer Trauerrede).

Wir danken Gott für ihr Leben und ihr Wirken unter uns und wissen uns ihrem Vorbild in Treue verpflichtet.

Die Theresia-Hecht-Stiftung; eine letzte Ehrung für eine Persönlichkeit

Mit Zustimmung des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart und des Ministeriums für Kultus und Unterricht gründeten die Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat Kloster Brandenburg/Iller e.V. mit Stiftungsurkunde vom 2. Juni 2005 die Theresia-Hecht-Stiftung. Die Stiftung bekommt als Vermächtnis der Stifterin das in den letzten Jahren gemeinsam erarbeitete Leitbild des Klosters und die Sorge für alle in den sozialen Einrichtungen Betreuten. Im Wissen um die gemeinsame Wurzel hat die Theresia-Hecht-Stiftung ihren Sitz direkt beim Kloster Brandenburg, Am Schlossberg 3, 89165 Dietenheim.